Zusatzfutter und Futter für Tauben
Sind Zusatzfutter überhaupt nötig ? Wenn ich das Futterangebot von den ver-schiedenen Futter - Mühlen betrachte, staune ich immer wieder über das grosse Angebot. Einzelne Futter - Typen bestehen aus 20 bis 23 verschiedenen Komponenten. Jetzt stellt sich die Frage, sind solche Futterzusammensetzungen überhaupt nötig und profitieren die Tauben davon ? Es reicht doch auch wenn das Futter aus Weizen, Gerste, Mais, und Erbsen besteht, das ist erst noch billiger.
Ich bin der Meinung, dass das Futter mit den vielen Komponenten ein wertvolles Futter ist. Ein abwechslungsreiches und vielfältiges Futter ist immer positiver für die Tauben als ein einseitiges Futter, das nur aus einigen Getreidearten besteht. Dass der Preis auch höher ist ist normal. Gute Qualität hat seinen Preis.
Die vielen Komponenten die im Futter sind, müssen mit Vorsicht betrachtet werden. Das Wesentliche ist die % Zahl der Verschiedenen Komponenten. Leider werden sie immer öfters nicht mehr in % Zahlen angegeben. Was ich nicht gut finde. Ich möchte schon genau wissen wie viel von den verschiedene Komponenten im Futter sind. Wenn ich zum Beispiel lese, 3% oder 2% Buchweizen oder 0,8 % Mariendistel, dann ist das so viel wie nichts. Wenn der Komponent X mit 2 % angegeben wird, dann sind das von 20 Kg. 200g. Da kann man davon ausgehen, dass vielleicht alle paar Tage eine Taube vom Korn X eines erwischt. Nach meiner Meinung sind die Futterkomponenten die unter 5 % sind einfach dazu da , dass die Inhaltsliste länger ist und der Preis höher. Vielleicht irre ich mich auch.
In meiner Taubenzeit habe ich verschiedenes Futter gefüttert. Da wir in der Schweiz bezüglich Tauben-Futter nicht verwöhnt sind, und immer wieder An-bieter aufhören. Dann geht die Suche nach neuem Futter von vorne los. Auf Ende 2023 hat der Futter - Händler bei dem ich die letzten Jahre das Taubenfutter bezogen habe, dicht gemacht.
So blieb mir nichts anderes übrig als nach Ersatz zu suchen. Ich bin mehrere Std. am Computer gesessen, bis ich das ideale Futter für meine Flugtauben gefunden habe. Ich habe mich für die "Usbeken Mischung" entschieden.
Usbeken Mischung besteht aus 15 verschiedene Komponenten.
Darin 14 % / Weizen 14 % / Wicke 10 % / Popcornmais 10 % / Kleine grüne Erbsen 10 % / Milo 10 % / Paddireis 5 % / Braugerste 5 % / Raps 4 %/ Haferkerne 4 % / Kardisaat 3 % / Leinsamen 3 % / Hirse 3 % /Buchweizen 3 % / Sonnenblumenkerne 2 %.
Ich mische immer noch 3 bis 4 % Leinsamen und Sonnenblumenkerne dazu. Diese Mischung füttere ich nur wenn sie Junge grossziehen. In der Zeit vom Anpaaren bis Ende Mauser (Februar bis Oktober) mische ich 15 % Braugerste dazu. In der restlichen Zeit (November bis Februar) 35% bis 45%. Gerste. So sind meine Tauben nie fette.
Zusatzfutter:
Wenn man einen Prospekt von den verschiedenen Anbieter bezüglich Ergänzungs Präparate durchblättert, dann wird es einem fast schwindlig. So ging es mir auf jeden Fall. Über die Jahre habe ich meine Produkte, an Zusatzfutter, die ich als wertvoll empfinde gefunden, einige hole ich in der Natur.
1. Oregano Öl / Dorsch - Lebertran Öl.
Von der grossen Anzahl von Öl die im Angebot sind, sind das zwei wichtige Öle. Ich gebe das Öl über das Futter ab-wechslungsweise alle zwei Tage. Es wird abwechslungsweise mit Bierhefe Grüner Erde und Vitapulver, abgelöscht.
2. Tauben - Kroketten, von «STK» Die Tauben erhalten sie zwei Mal in der Woche. Pro Taube ein gehäufter Kaffeelöffel voll.
3. Hunde / Katzenwürfel. Bei diesen Würfel ist es wichtig, dass sie ca. einen Durchmesser von 8 -11 mm haben. Andernfalls können sie von den Tauben nicht gefressen werden. Die Würfel sollten mindestens 23 - 32 % tierisches Protein enthalten. Das ist der Grund wieso ich den Tauben diese Würfel gebe. Katzenwürfel haben meistens mehr Proteine als Hundewürfel. Katzenwürfel sind oft in der Form von Ringen, Kreuze oder Sternen, und das können die Tauben nicht fressen. Pro Taube gebe ich ca. 3 g. und das zwei mal pro Woche.
4. Magen und rote Steine. Die Magensteine haben sie zur freien Verfügung. Die rotensteine werden hauptsächlich in der Zeit wenn es viel Gerste im Futter hat, von den Tauben gefressen. Die Täuber fressen mehr rote Steine als die Täubinnen.
6. Erde, Kalksand. Ich hole im Wald immer Erde von Maulwurfhügeln, diese Erde ist fein. Die Erde gebe ich in einem grosses Pflanzentopf - Unterteller, dann mische ich noch Kalksand und etwas Hirse darunter. Den Kalksand hole ich in einem stillgelegten Kalksteinbruch. Mit diesem Mix sind die Tauben lange beschäftigt. Nach zwei Tagen nehme ich das Unterteller aus dem Abteil. Vom Kalksand findet man nur noch die grösseren Steine, der Rest wurde von den Tauben aufgenommen, wie auch die Hirse. Der grösste Teil der Erde wird von den Tauben gefressen, besonders von den Jungen. Dann wird neuer Mix gemischt und geht für zwei Tage in das Nachbar - Abteil.
7. Waldkalkerde. Vor einigen Jahre wurde in einem bewaldeten Jura Hang eine Strasse für Forstarbeiten gebaut. Die Erde die zum Vorschein kam, war krümelig mit feinem Kalksand (diese Erde ist Typisch für den Jura). Ich nahm eine Büchse voll mit und bot sie den Tauben an. Die waren begeistert, besonders die Jungen fressen diese Erde fast wie Futter. Diese kalkhaltige Erde ersetzt den Grit.
8. Grünfutter. Zu diesem Thema habe ich auf dieser Website zwei Berichte veröffentlicht. Siehe April 2012 «Das Grünfutter» Juli 2020 "Grünfutter 2"
Fazit: Ich hoffe, dass ich mit diesem Futter und Zusatzfutter das Immunsystem meiner Tauben stärken kann. Haben die Tauben ein intaktes Immunsystem dann haben sie auch kaum gesundheitliche Probleme.
Walter Stettler CH Binningen www.flugtippler.ch
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